Ableger vermehren
Anleitungen,  Natur

Pflanzen vermehren in 10 Schritten: eine Anleitung

Pflanzen, die vegetativ vermehrbar sind, können aus einem Steckling bzw. Ableger Wurzeln bilden. Daraus entsteht dann eine eigenständige Pflanze. Ich liebe diese Art der Vermehrung. Man kommt damit schnell zum Erfolg und hat mit ein bisschen Glück und der richtigen Pflege bald Freude mit einer selbst gezogenen Pflanze. Die genaue Anleitung zur Vermehrung mit Ablegern findest du unten.

Der Unterschied zur Vermehrung aus einem Samen liegt nicht nur in der wesentlich kürzeren Zeit, die vergeht, bis sich eine anständige Pflanze entwickelt hat. Es ist auch eine identische Tochter der Mutter und es gibt keine Überraschungen zum Beispiel in der Blühfarbe, die entstehen können, wenn unter Umständen die Genpools von zwei Elternpflanzen aufeinandertreffen.

Die Vermehrung durch Ableger gelingt nicht mit allen Pflanzen. Am liebsten sind mir Ableger von sukkulenten Pflanzen mit fleischigen Blättern, Geranien oder Kakteen. Heuer habe ich auch noch besondere Buntnesseln entdeckt. Eine genaue Schritt für Schritt-Anleitung zur Vermehrung mit Ablegern folgt unten.

Ableger 11
Blühende Überraschung im Winterquartier
Ableger Winterquartier
Im Winterquartier

Gibt es einen Unterschied zwischen Ablegern und Stecklingen?

Streng genommen gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen “Steckling” und “Ableger”. Beide sind Teile der Mutterpflanze, die sich vegetativ vermehren und eigenständig Wurzeln bilden. Der Unterschied besteht darin, dass der Steckling von der Mutterpflanze abgetrennt und der Ableger abgesenkt wird, also noch mit der Mutterpflanze verbunden ist: Ein Teil der Pflanze liegt dabei auf der Erde, bildet dort Wurzeln und ist später eine eigenständige Pflanze. Ein anderer Begriff dafür ist auch „Absenker“. Sowohl im Hobby- als auch im Profigärtnerbereich hat sich inzwischen der Begriff “Ableger” als Synonym für “Steckling” eingebürgert und wird häufiger verwendet als der ursprüngliche Begriff. Auch hier ist mit Ableger ein vollständig abgetrennter Teil der Mutterpflanze gemeint.

Ableger Sägeblattkaktus
Mein Sägeblattkaktus nach gut zwei Monaten, nachdem ich Ableger genommen habe

Welche Pflanzen kann man mit Ablegern bekommen?

Diese Vermehrungsart gelingt nicht mit allen Pflanzen. Bestens geeignet sind Buntnesseln, Philodendron bzw. Monstera, Grünlilien und sukkulente Pflanzen wie Aloe vera, Geldbaum oder Fetthenne.

Anleitung Pflanzen durch Stecklinge vermehren: So geht es

  1. Einen geeigneten Ableger bei der Mutterplanze auswählen. Das ist eine Stelle, wo es eine Verzweigung gibt, oder Knospen wachsen. Vorsichtig abbrechen. Manchmal gibt es hier eine Art Sollbruchstelle, wo das gut gelingt, ansonsten mit einem Messer oder einer Schere abtrennen. Manche Pflanzen produzieren auch gerne Kindel, also Babypflanzen. Die kann man meist gegen geringen Widerstand wegziehen oder sie haben sich schon ganz abgelöst und liegen lose in der Erde oder neben dem Topf.

2. Die untersten Blätter entfernen und in ein Glas mit Wasser stellen.

3. Warten, warten, warten. Die Bildung von Wurzeln kann Tage, Wochen oder Monate dauern. Eine Begonie kann nach zwei Wochen schon pflanzfertig sein. Eine Monstera hatte ich einmal über ein Jahr in einer Vase stehen, bis sie schöne Wurzeln hatte.

4. Das Wasser nicht auswechseln. Bei Bedarf nachgießen.

5. Zwischendurch kontrollieren, ob abgefallene Blätter ins Glas gefallen sind und diese entfernen.

6. Wenn sich gut Wurzeln gebildet haben, kann man die Pflanze einsetzen.

7. Die Art der Erde hängt von der Art der Pflanze ab. Am besten in der Gärtnerei nachfragen.

8. Mit dem Finger ein Loch für jeden Steckling in die Erde bohren und vorsichtig in einen Topf setzen. Das Wichtigste ist, dass der Topf unten ein Loch hat und überschüssiges Wasser abrinnen kann. Ich selbst mag Töpfe aus Ton am liebsten. Dieses Material speichert Flüssigkeit, die gleichzeitig auch verdunsten kann, wenn sie im Überfluss vorhanden ist. Beim Setzen aufpassen, dass die Wurzeln nicht verletzt werden und am Ende die Erde leicht festdrücken. Bis knapp unter den Topfrand Erde nachfüllen.

9. Ordentlich angießen, damit die Wurzeln ihren Platz finden und anwachsen können, damit sich die Pflanze sobald wie möglich stabilisert und gut mit der Erde verwächst.

10. Die weitere Pflege erfolgt dann je nach Pflanzenart. Grundsätzlich: weniger Gießen ist außer bei Sumpfpflanzen fast immer mehr. Die meisten Pflanzen mögen im Sommer nach draußen. Ob sie pralle Sonne mögen oder lieber ein schattiges Plätzchen, muss man dann mit etwas Fingespritzengefühl herausfinden. Radikale Veränderungen des Standorts sind nicht gut. Lieber langsam und stundenweise an einen neuen Platz gewöhnen.

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