Fehler beim Socken Stricken
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Die 5 größten Fehler beim Socken Stricken

Strick-Fehler mit Frust-Potenzial: zu klein, zu groß, mit Löchern bei der Ferse oder krumm. Diese Fehler beim Socken Stricken sind echte Spielverderber. Zum Glück gibt es für alles Lösungen. In meinem Beitrag findest du nützliche Tipps, damit sich beim Stricken Freude einstellt. Mit nützlichen Anleitungen und Kurzvideo!

Fehler Nr. 1: Löcher bei der Ferse

Dieses Problem beim Socken-Stricken kennen viele: Beim Übergang von der Fersenwand auf den Fuß entstehen störende Löcher. Sie sind nicht wirklich ein Fehler beim Socken-Stricken, sondern kommen bei vielen Fersen-Arten wie Bumerang und Käppchen fast zwangsläufig.

Normalerweise liegt in jeder Runde, die du strickst, eine Masche auf einer geraden Linie neben der nächsten. Bei der ersten Runde nach der Ferse, also beim Übergang von der Fersenwand zum Fuß, musst du aber über einen 270 Grad-Winkel überwinden. Das sorgt für Spannung zwischen den Maschen.

Tipp Nr. 1: Mit Zusatz-Masche Löcher beim Fersen-Übergang vermeiden

So kannst du dieses Problem beim Socken Stricken vermeiden: Du ziehst dir eine zusätzliche Masche aus den beiden Vorreihen. Diese Masche legt sich genau in das potenzielle Loch, das so gar nicht erst entstehen kann.

Hier dasselbe nochmal in Worten: Du nimmst mit einer Häkelnadel von oben den bestehenden Querfaden der vorletzten Runde auf die Nadel, verschränkst ihn und ziehst den Querfaden der letzten Runde durch. Somit hast du auf der Häkelnadel eine neue Masche, die du dann auf die Stricknadel schiebst.

Wenn du beim gegenüberliegenden Fersen-Übergang bist, wiederholst du das Ganze noch einmal. Du hast nun zwei Maschen zugenommen.

Wenn du keine Häkelnadel zur Hand hast, geht das auch mit einer Stricknadel.

Damit die Maschenanzahl später wieder stimmt, nehme ich die insgesamt zwei (auf jeder Seite eine) Maschen in der nächsten Runde wieder ab. Wenn es einen Zwickel gibt, fällt das im Rahmen der Abnahmen gar nicht auf.

Wenn du ein bestimmtes Muster strickst, vergiss nicht darauf, diese beiden zusätzlichen Maschen zu berücksichtigen.

Fehler Nr. 2: Die Socken sind unförmig

In verschiedenen Foren lese ich oft, wie unzufrieden viele mit ihren frisch gestrickten Socken sind. Die Form passt nicht, die Ferse steht ab oder das Maschenbild ist unregelmäßig. Obwohl alles nach Anleitung gearbeitet wurde. Im Normalfall ist das kein Problem und du hast keinen Fehler beim Socken Stricken gemacht. Denn deine Socken sind, wenn du die letzte Masche gestrickt und die Fäden verwebt hast, noch gar nicht fertig. Es fehlen noch zwei Arbeitsschritte.

Tipp Nr. 2: Socken spannen

Diesen Fehler beim Socken Stricken vermeidest du so: Frisch gestrickte Socken gehören erstens in ein lauwarmes Wasserbad und zweitens gespannt. Dazu weichst du die Socken für mindestens 15 Minuten in Wasser mit einem milden Wollwaschmittel ein.

Nach der Handwäsche drückst du das Wasser vorsichtig aus den Socken. Dann ziehst und zupfst du sie sanft in Form. Anschließend werden die Socken auf eine geeignete Schablone wie Socken-Spanner gezogen.

Dann heißt es warten, bis die Socken trocken sind. Wenn du die Socken frühestens am nächsten Tag von den Socken-Spannern ziehst, wirst du staunen: sie sind formvollendet und das Maschenbild ist perfekt.

Sind Socken-Spanner unbedingt notwendig? Nein. Aber wenn du mehrere Paar Socken stricken möchtest, zahlt es sich auf jeden Fall aus, wenn du dir welche zulegst. Du betrittst damit schlicht das nächste Level beim Socken-Stricken.

Fehler Socken Stricken
Der zweite Schritt zur schönen Socke: Socken-Spanner bringen deine Socken in Form (Sockendesign: siehe hier).

Wenn du keine eigenen Socken-Spanner kaufen möchtest, solltest du sie nach der ersten Handwäsche im feuchten Zustand auf eine harte wasserfeste Unterlage legen, wo sie mindestens einen Tag ungestört liegen können. Ziehe sie in Form und warte, bis sie trocken sind.

Das Spannen bringt die Socken in die gewünschte Form. Alle Maschen finden ihren richtigen Platz. Das macht besonders bei mehrfarbiger oder Lochmuster-Strickerei einen großen Unterschied, über den ich immer wieder staune.

Fehler Nr. 3: Zu fester Anschlag

Kennst du das? Du hast das Bündchen der ersten Socke fertig und möchtest schon einmal vorsichtig probieren, wie sich die Socke auf deinem Fuß macht. Du hast genau nach Anleitung gestrickt und freust dich über die ersten paar Zentimeter Strickwerk, an denen du schon erkennen kannst, wie die Wolle verstrickt aussieht.

Nun versucht du also, das Bündchen über deinen Fuß zu ziehen und kommst einfach nicht über deine Ferse drüber. Auch wenn es gerade noch geht, glaub mir eines: es ist Zeit, den Reset-Button zu drücken. In Stricksprache heißt das: Auftrennen, Aufrippeln und zurück zum Anfang. Denn dieser Fehler beim Socken Stricken sorgt dafür, dass du diese Socken nicht tragen wirst.

Fehler Socken Stricken
Der klassische Fehler beim Socken-Stricken: ein zu enger Anschlag. Diese Socke wird dir keine Freude machen

Du ärgerst dich beim Anziehen, beim Tragen verrutscht die Socke oder noch schlimmer: Das Bündchen schneidet ein und ist unbequem. Letztendlich landen deine mit so viel Liebe gemachten Socken in der hintersten Ecke deiner Sockenschublade. Wann immer du einen Blick drauf wirfst, erinnern sie dich an den übelsten aller Fehler beim Socken Stricken: Der Anschlag ist einfach zu fest.

Tipp Nr. 3: Dickere/doppelte Nadeln oder elastischer Anschlag

Es gibt verschiedene Tricks gegen einen festen Anschlag. So kannst du zum Beispiel den Anschlag mit dickeren Nadeln stricken oder zwei Nadeln zusammenlegen. Du vermeidest damit den Klassikern unter den Fehlern beim Socken Stricken.

Alternativ kannst du auch einen elastischen Maschenanschlag stricken. Ich mache bei Socken gerne den altnorwegischen Anschlag. Eine schöne Erklärung dafür findest du hier. Zu beachten ist, dass du bei diesem Anschlag mehr Wolle brauchst.

Fehler Nr. 4: Die Socken passen nicht

Die neue Wolle ist da, die perfekte Anleitung gefunden und du willst nur mehr eines: sofort mit deinem Sockenprojekt starten. Wenn du Glück hast, geht das gut und dieser Fehler beim Socken Stricken fällt aus purem Zufall nicht ins Gewicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du wieder auftrennen musst, ist hoch. Denn die Größe deiner Socke entspricht nicht dem, was in der Anleitung versprochen wird. Sie ist zu groß oder zu klein, zu locker oder zu eng.

Tipp Nr. 4: Maschenprobe

In der Anleitung steht sicher auch etwas von einer Maschenprobe und wie viele deiner gestrickten Maschen einer bestimmten Zentimeter- oder Inch-Angabe entsprechen sollten. Das hast du wahrscheinlich überflogen, verdrängt oder nicht weiter darüber nachgedacht. Ein schwerer Fehler beim Socken-Stricken. Denn: Die Maschenprobe ist das Um und Auf für eine gute Passform.

Jede gute Anleitung macht Angaben darüber, wie die Maschenprobe aussehen soll. Zum Beispiel: „32 Maschen/46 Reihen = 10×10 cm in glatt-rechts nach dem Spannen“. Das heißt, dass du ein rechteckiges Fleckchen strickst, es wäschst und spannst (siehe Tipp Nr. 2).

Ohne Maschenprobe ist es reine Glücksache, ob deine Socken später passen oder nicht

Im Regelfall musst du also einen zusätzlichen Tag einplanen und warten, bis deine Maschenprobe wieder trocken ist. Erst dann kannst du messen und erkennen, ob du mit der Anleitung dorthin kommst, wohin du willst.

Wenn die Maschenprobe gar nicht passt, musst du schauen, wie weit du daneben liegst und ausrechnen, welche andere Größe du besser strickst. Eine andere Lösung wäre auch, zu probieren, ob du mit einer anderen Nadelstärke besser bedient bist. Das hängt davon ab, ob du eher fest oder locker strickst und was du für eine Erwartung an das Maschenbild hast.

Fehler Nr. 5: „Die zweite Socke mach ich später“

Zuerst ist die Begeisterung groß, doch nach der ersten Socke ist sie wie verflogen. Das Sockenprojekt bleibt liegen. „Es ist ja kein Problem, wenn ich die zweite Socke ein anderes Mal stricke“, sagst du dir. Doch du weißt: Es ist ein Problem. Und der fünfte große Fehler beim Socken Stricken.

Auch wenn du eine genaue Anleitung hast, musst du dich doch bei der zweiten Socke wieder ganz von vorn in dein Projekt hineindenken. Du musst die ganze Anleitung neu lesen. Du musst die Runden neu zählen und quasi bei Null starten. Womöglich kannst du dich nicht mehr erinnern, welche Nadelstärke du verwendet hast und irgendwie sieht die zweite Socke plötzlich anders aus. Die Folge: Auftrennen. Und am Ende hast du in Summe eigentlich drei Socken gestrickt anstatt nur zwei. Diesen Fehler beim Socken Stricken kannst du vermeiden.

So vermeidest du einen weiteren Fehler beim Socken Stricken und die berüchtigten UFOs (unvollendete Objekte): Immer ein Projekt nach dem anderen.

Tipp Nr. 5: Dranbleiben. Der Versuch einer Motivation

Ich weiß, das klingt jetzt wenig verlockend. Aber zum Stricken gehört auch Durchhaltevermögen. Wenn du mit der zweiten Socke gleich weitermachst, brauchst du das, was du gerade gemacht hast, einfach nur zu wiederholen. Die Denk- und ziemlich sicher auch die Strickarbeit ist die halbe. Der Strickgenuss dafür der doppelte.

Zugegeben: Dieser letzte Tipp gegen Fehler beim Socken Stricken ist mehr der Versuch, dich zu motivieren. Deine Belohnung? Spaß beim Stricken und am Ende wunderbare Socken, die lange Freude machen werden. Und zwar dir selbst oder einer glücklichen Person, der du deine wertvollen handgestrickten Socken schenkst.

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Hier noch ein Zusatz-Tipp: Wirf doch einen Blick auf meine Socken-Grundanleitung Die einfache Ferse für Anfänger und alle, die einmal eine andere Fers ausprobieren möchten!

2 Comments

  • Anja

    Ich wusste nicht, das man die Socken waschen und spannen soll. Ich hatte auch schon die Erfahrung, dass trotz richtiger Umsetzung der Anleitungen die Strickprodukte nicht so aussahen, wie sie eigentlich aussehen sollten. Ich habe seit kurzem angefangen, mir das Stricken beizubringen, deswegen finde ich diese Tipps sehr hilfreich.

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